Baidu-SEO: Suchmaschinenoptimierung für die chinesische Suchmaschine

Baidu SEO

Von 1,3 Milliarden Menschen die in China leben, haben ca. 25 Prozent einen Internetanschluss. Und die Tendenz ist steigend! Für Internetunternehmen also ein reizvoller Markt. Und natürlich sind auch in China Suchmaschinen zu einem unverzichtbaren Instrument geworden. Gerade die chinesische Suchmaschine Baidu ist nach Googles Rückzug zum absoluten Vorreiter geworden, was den chinesischen Suchmaschinen-Markt angeht? Doch wie optimiert man eigentlich seine Seite für chinesische Suchmaschinen?

Der wichtigste Fakt für chinesisches SEO ist: die Seite muss in Chinesisch verfasst sein. Soll eine Seite gut im chinesischen Ranking abschneiden, die nicht auf Chinesisch verfasst worden ist, muss sie ein hohes internationales Standing besitzen. Andernfalls wird die Seite gar nicht erst indexiert. Desweiteren gelten prinzipiell die gleichen SEO-Techniken für chinesische Suchmaschinen, die auch für Google gelten. Jedoch mit kleinen aber feinen Unterschieden. Title Tags sollten zum Beispiel auf die selbe Weise verfasst werden, wie es bei einer Optimierung für Google der Fall wäre. Da aber ein chinesisches Schriftzeichen in etwa gleichzusetzen ist mit zwei Buchstaben des lateinischen Alphabets, ist das Limit des Title Tags auf 35 Zeichen begrenzt. Auch in Sachen Keyword-Dichte unterscheidet man sich von der westlichen Konkurrenz. Baidu bewertet Texte, die bis zu sechs Prozent aus Keywords bestehen noch positiv, während bei Google hier schon Matt Cutts am Rad drehen würde. Hier eine kurzen Überblick über die anderen Unterschiede, die für chinesische Suchmaschinen gelten:

  • Duplicate Content: Baidu hasst Duplicate Content noch mehr als andere Suchmaschinen. Optimal ist es, wenn jedes kleine Stück der Seite einzigartig ist. Beim Aufbau oder Entwicklung der Seite sollte also noch gründlicher darauf geachtet werden, dass kein Duplicate Content vorhanden ist
  • Meta Descriptions: Im Vergleich zu Google und Bing, machen die Meta Descriptions bei Baidu einen großen Unterschied aus. Diese zählen nämlich bei der chinesischen Suchmaschine immer noch als Ranking-Faktor. Die Description sollte also definitiv einige Keywords enthalten und –aus dem selben Grund wie beim Title Tag– nicht länger sein als 78 Zeichen.
  • Meta Keywords: Genau wie bei der Description sind auch die Meta Keywords noch ein Ranking-Faktor bei Baidu. Sie sollten auf jeder Seite verwendet werden, jedoch sollte von Keyword Stuffing abgesehen werden.
  • Content: Der Content hat einen hohen Stellenwert bei Baidu und deswegen sollte jede Seite eine Wörterzahl von 300 nicht unterschreiten. Das heißt, solange beabsichtigt ist, dass sie erfolgreich ranken soll.
  • Robots.txt: Baidu legt keinen Wert auf eine Robots.txt. Eine Vorhandene sollte entfernt dementsprechend entfernt werden. Alle wichtigen Regeln sollten statdessen in die .htaccess geschrieben werden.
  • iFrames, Javascript und Flash: Baidu ist nicht in der Lage iFrames zu crawlen. Deswollten sollet auf die Verwendung von iFrames komplett verzichtet werden. Desweiteren kann Baidu Flash- und JavaScript-Elemente nicht effektiv erkennen. Sollte ein wichtiges Element wie die Navigation zum Beispiel also aus JavaScript-Elementen bestehen, sollte sichergestellt werden, dass sich eine HTML-Alternative auf der Seite befindet.
  • Blogs: Firmen-Blogs werden von der chinesischen Suchmaschine als wichtiges Element angesehen. Sie vermitteln den Baidu-Crawlern den Eindruck, dass die Seite reich an Content ist und regelmäßig aktualisiert wird. Zusätzlich besitzt Baidu einen News Feed für Blogs, der das eigene orangische Ranking unterstützen kann. Ein eigener Blog sollte also auf chinesisch sein und unbedingt im Baidu News Feed registriert werden.
  • Host: Einen dicken Schub wird der eigenen Seite zusätzlich verliehen, wenn die Seite in China gehostet wird.
  • Top Level Domains: Chinesische Suchmaschinen präfieren generell die chinesische Top Level Domain “.cn”. Webseiten, die diese Top Level Domain verwenden, werden generell bevorzugt im Ranking. Die anderen bevorzugten TLDs sind “.com” und “.net”.
  • Internet Content Publishing License: Um mit seiner Seite in China wirklichen Erfolg haben zu können, ist der Erwerb einer speziellen Lizenz der chinesischen Regierung notwendig. Ohne diese Lizenz wird das Ranking einer Seite nie ein gewisses Maß übersteigen. Die Lizenz kann beim chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie beantragt werden.
  • Zensur: Es ist kein Geheimnis, dass in China ein Großteil der Internetinhalte zensiert wird. Dazu gehören soziale Netzwerke und die meisten Google-Dienste, was Google ja letztendlich zum Rückzug aus China bewegt hat. Sollte auf der Seite nur einmal eines der Wörter vorkommen, die von der chinesischen Regierung auf die schwarze Liste gesetzt worden sind, wird die Seite komplett deindexiert. Dazu gehören auch Variationen der Wörter. Sollten User auf der Seite in der Lage sein Content zu erstellen, wie es zum Beispiel bei der Kommentar-Funktion der Fall ist, sollte der Inhalt vor der Veröffentlichung vom Admin überprüft werden. Eine Liste der verbotenen Wörter findet ihr hier.
  • Linkaufbau: Einer der größte Unterschiede: Links werden hier noch nach Quantität und nicht nach Qualität bewertet. Linkaufbau mit qualitativ schwächeren Links ist bei Baidu also eine immer noch gern gesehene Vorgehensweise. Dies könnte sich jedoch jederzeit ändern. Darum sollte auch hier der Linkaufbau möglichst mit qualitativ hochwertigen Links aufgezogen werden. Vor allem Links von offiziellen Medien wie Zeitungen werden gerne gesehen. Noch besser sind Links von Regierungs-Websites.

Bildquelle: Michael Mair  / pixelio.de

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